Der Kreuzfährtenleser hat mal wieder einen blitzgescheiten Artikel veröffentlicht, der so ausgewogen ist, dass man den Verfasser fast für einen phlegmatischen Allesversteher halten könnte. Ist er aber zum Glück nicht. Ich will mal draus zitieren*):

Mein Eindruck ist (vielleicht täusche ich mich, das möchte ich nicht ausschließen), dass viele überzeugte Traditionalisten diese kleinen Fortschritte viel zu kritisch sehen und zugleich viele andere glaubenstreue Katholiken über jeden kleinen Fortschritt jubeln, als ob jetzt bald die Kirche wieder in Ordnung wäre. Ich möchte diese beiden Gruppen »Maximalisten« und »Optimisten« nennen. Die Maximalisten sagen regelmäßig von den Optimisten, diese seien gar nicht wirklich traditionalistisch, sondern »neo-konservativ« (was immer das heißen mag), denn sie seien ja damit zufrieden, dass der Papst seine Messen jetzt etwas traditioneller zelebriere als sein Vorgänger oder dass mal eine vereinzelte Messe im traditionellen Ritus stattfinde usw. Im Gegensatz dazu werden die Maximalisten dann von den Optimisten als radikal oder gar fundamentalistisch bezeichnet, weil sie nicht bereit seien, die realen Fortschritte gutzuheißen, und sich lieber in einem Ghetto einschlössen, statt aus den gegebenen Möglichkeiten das Beste zu machen.

Der Kreuzfährtenleser hat einen Hang zu bombastischen Fremdworten, deshalb überschreibt er seinen Beitrag »Inkrementalistischer Maximalismus«. Davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen; im Text erklärt er es sehr schön. Also hingehen!


* Leichte Anpassung an die hier geltende Grammatik, Rechtschreibung und Zeichensetzung.

Laurenz vom Superpelliceo hat ein Doppelinterview mit Bischof Ackermann von Trier und Herrn Schneider von den Protestanten gelesen, das in der Januarausgabe der Gähnpostille Chrismon erschien. Nach schonungsloser Analyse kommt er zu dem Ergebnis, dass die Versagung des Ablasses für die Wallfahrtsteilnehmer durch Bischof Ackermann von Trier noch nicht weit genug geht, da dieser stockkonservative katholische Bischof ja nur die Protestanten in den Blick nimmt und damit Muselmane, Juden, Buddhisten, Daoisten, Hindus, Schamanen, Ásatrúvolk, Wiccas, sonstige Esoanhänger, Agnostiker und Atheisten diskriminiert und zurücksetzt:

Was wird es denn beim nächsten Mal, Heilig Rock halal und koscher? Man sollte mutiger sein wie der Erzbischof von Canterbury! Holen wir die weisen Druiden aus England und Frankreich dazu, ein europäisches Event aller Baumversteher, Naturflüsterer und Schmeichelsteinverehrer. Erst dann wird die Heilig-Rock-Wallfahrt zukunftsfähig. Sie wird dann globalisiert, interreligiös, banalisiert und so hohl sein, daß sich alle irgendwie darin wiederfinden können!

Recht hat er.

Ein Mietling?

2012-01-16

Welt online berichtet heute über die Heilig-Rock-Wallfahrt in Trier. Dieses Jahr soll sie »ökumenisch« sein. Doch es kommt noch mehr:

»Um die ökumenischen Beziehungen nicht zu konterkarieren«, verzichtet Bischof Ackermann darauf, den Papst um einen besonderen Ablass für die Heilig-Rock-Wallfahrt zu bitten.

Hier lässt Bischof Ackermann »Leiden an der Ökumene« tatsächlich schmerzhafte Wirklichkeit werden. Die armen Seelen im Fegefeuer werden ihm für seinen couragierten Einsatz danken.

Ich kenne die Eifrei ja nun schon seit Jahren, damals aus der Ankap-Ecke kommend, und traue ihr bis heute nicht über den Weg. Daran konnte auch die kurzzeitige Zusammenarbeit mit der Sezession nichts ändern. Ihr ideologisches Credo halte ich für grundfalsch und verheerend.

Dennoch benennt die kleine Artikelserie von Lichtschlag zur Entwicklung der Causa »BILD gegen Bundespräsidenten« einige Knackpunkte:

  1. Die Journalisten und der fallengelassene Christian Wulff: Neid? Gnadenlosigkeit? Oder mehr?
  2. Das Schreiben der Bild an Christian Wulff: Gekonnt, die Herren!
  3. Bild und die anderen Medien gegen den lonesome Wulff: Im Zweifel für den Einzelnen

Nachtrag: Auch der Geistbraus hat einen sehr richtigen Artikel zum Thema veröffentlicht, zu dem mir nur die Anmerkung notwendig scheint, dass die Verurteilung der Medienhatz gegen Wulff in keiner Weise impliziert, dass Wulff ein irgendwie gearteter würdiger Bundespräsident sei. Solch eine Schlussfolgerung wäre ein grober logischer Fehler.

Ab und zu stellt die Presse auch einmal interessante Fragen. In der gegenwärtigen Big-Brother-Schau zu Herrn Wulff wird zumeist nur das voyeuristisches Interesse der Spießbürger befriedigt. Da werden keine interessanten Fragen gestellt; das Ganze ist im Grunde nur eine Vivisektion für ein dekadentes Publikum.

Aber manchmal werden eben doch interessante Fragen gestellt. So in einem Aufsatz von Rüdiger Suchsland auf Telepolis:

Und noch eine Frage: Was will Springer? … Der Wortlaut des Mittschnitts von Wulffs Anruf auf Kai Diekmanns Mailbox lag »seit mehreren Wochen … mehreren Redaktionen« vor, so Hans Leyendecker in der SZ. Sie können nur vom Empfänger selbst stammen, der sie mindestens in Redaktionskreisen weitergab – damit de facto veröffentlichte. Warum? Und warum (erst) jetzt? Wohlgemerkt: An den Fakten ändert das gar nichts. Aber die Öffentlichkeit könnte sich ein schärferes Bewusstsein darüber leisten, was sie wann wissen darf und was noch nicht, und eine Ahnung davon, was sie alles nie erfahren wird.

Jedenfalls bleibt festzustellen: Auf dem vorläufigen Höhepunkt der europäischen Staatsschuldenkrise ist das ganze Land damit beschäftigt, die Amigo-Affaire eines real recht machtlosen Durchschnittspolitikers aufzuklären. Sämtliche Medien von Links bis Rechts lassen sich vom über Bande spielenden Springer-Verlag am Nasenring durch die Arena ziehen, lassen sich von der Guttenberg-Fanpostille mit immer neuen Fakten füttern, die punktgenau über Wochen in Tagesrationen verabreicht werden. Und im Grunde wartet das Publikum auf neue Enthüllungen, verfolgt gespannt die Daily-Soap »Wulff-Story«. Und hofft auf weitere Enthüllungen, vielleicht gar jene noch ausstehende Telenovela über »das Vorleben« der Präsidentengattin, von dem seit Monaten in den »gut informierten Berliner Kreisen«, geraunt wird, es habe mit Escort-Service und dem Bordell »Artemis« zu tun.

Ist der Journalismus hier Kontrollinstanz oder selbst Getriebener? Was fehlt, ist die Thematisierung genau dieser Fragen, sind Selbstreflexion und Kritik der Kritik. Auch das gehört nämlich zu den Verhaltensformen der demokratischen Kultur.

Es ist klar, dass Springer hier kühl taktiert und kalkuliert hat, dass eine Agenda verfolgt wird. Auch klar ist, dass man Wulff schon im Sommer in einem langen Text in der Welt am Sonntag nach Jahren der Gunst plötzlich als einen Menschen charakterisierte, der gelegentlich lügt, oft schönfärbt und noch öfter schweigt, der gern das Bild einer heilen Welt entwirft, »die in Wirklichkeit längst zerbröselt« war. Der »der Inszenierung auf dem Boulevard« verfallen ist, der »die Menschen dazu bringt, ihm gern zu glauben«.

Damit ist es nun vorbei. Irgendetwas muss zwischen Wulff und Springer vorgefallen sein. Oder will man nur die Kanzlerin demontieren? Vielleicht sieht man bald klarer.

Santrra.

2011-12-29

Um das Jahr mit guter Musik abzuschließen, ein weiterer Star aus frühen Jahren: Santrra Oxyd. Ich hätte zwar lieber »Ich möchte gern ein Auto sein« oder zumindest den »König und die Königin« eingestellt, aber hey, man muss nehmen, was es eben gibt.

Santrra Oxyd: Das Liebeslied

Ergänzung: Ich sehe gerade, hier gibt’s mehr Infos und Verweise!

Kinder, der Tod ist gar nicht so schlimm.
Ich hab’ ihn geseh’n, und er war schön.

Und wieder zwei Stückchen hübscher Musik. Zuerst Palais Schaumburg. Hat mich damals mordsmäßig beeindruckt, und finde ich auch heute noch herrlich.

Dann »Fliegt schnell, laut summend« der tödlichen Doris. Das habe ich in meinem Leben nur einmal gehört, irgendwann nachts am Radio, die Platte hatte ich nie. Hat mich jedoch bis heute nicht mehr losgelassen. (Dass ich Jahre später mit Wolfgang Müller mal in einer isländischen Dusche zusammentreffen sollte, konnte ich damals ja noch nicht ahnen.) Die Youtubeversion ist allerdings etwas anders als die, die an die ich mich erinnere.

Kristnaska saluto de prevosto d-ro Gerald Goesche (ISPN).

La infano en la stalo, Jesuo Kristo, estas la mezo, ĉirkaŭ kiu ĉio turniĝas. La komenco kaj la fino, la alfo kaj la omego.

Ni povas konstati tion, ĉar la jaro, ĉar la jaroj turniĝas ĉirkaŭ la infano en la stalo. Ĉio naskiĝas per Lia naskiĝo. La tempoj ankras en Li. Ĉio staras en Kristo. Omnia in eo constant. Tial la kunligo de la kristnaska gratulo kun la novjara gratulo ne estas artefarita, nek apudmeto aŭ postmeto.

Mi deziras al vi el tuta koro ĝojan, gracoplenan Kristnaskon. Mi deziras al vi, ke la ĝojo kaj la graco de la naskiĝo de Kristo akompanu vin la tutan jaron, ke vi povu rigardi la Savanton kaj sciu: Jes, ĉe Li estas ankaŭ mia komenco kaj mia fino. Ĉio staras en Li. Tio estas mia ĝojo kaj mia konfido.

Das Kind in der Krippe, Jesus Christus, ist der Mittelpunkt, um den sich alles dreht. Der Anfang und das Ende, das Alpha und das Omega.

Wir können das feststellen, weil sich das Jahr, weil sich die Jahre um das Kind in der Krippe drehen. Geboren wird alles durch Seine Geburt. Die Zeiten sind in Ihm verankert. Alles steht in Christus. Omnia in eo constant. Deswegen ist die Verbindung des Weihnachtswunsches mit dem Neujahrswunsch nicht künstlich und kein Nebeneinander oder Nacheinander.

Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen ein frohes, gnadenreiches Weihnachtsfest. Ich wünsche Ihnen, dass die
Freude und Gnade der Geburt Christi Sie das ganze Jahr begleitet, dass Sie auf den Erlöser schauen können und
wissen: Ja, bei Ihm ist auch mein Anfang und mein Ende. Alles steht in Ihm. Das ist meine Freude und meine Zuversicht.

La teksto de la introito de la tria meso de hodiaŭ, la »meso de la tago« (missa in die):

Puer natus est nobis, Knabo estas naskita al ni,
et filius datus est nobis: kaj filo estas donita al ni;
cujus imperium super humerum ejus: kies regado sur lia ŝultro;
et vocabitur nomen ejus, kaj lia nomo estos vokata:
magni consilii Angelus. anoncanto de la granda konsilo.

Hodiaŭ vespere

2011-12-24

Hodiaŭ vespere komenciĝos la festo de Kristnasko, la festo de la naskiĝo de nia savanto, kiu savas nin el la infero, la festo de la naskiĝo de Dio mem en la homa karno. Kia miraklo!

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