Was heißt hier Missbrauch?
2010-02-09
Ich gebe ja zu, ich habe den jüngsten Missbrauchsbohei um ein paar Konzilsjesuiten nicht besonders aufmerksam verfolgt. Deshalb mag mir durchaus manches Detail entgangen sein.
Was ich aber bisher mitbekommen habe, war immer furchtbar aufgeregt, betroffen, emotional und wenig informativ. Und immer wurde von »Missbrauch« gesprochen, »Missbrauch« der armen CK-Schüler. Aber was meint denn das?
Bei »Missbrauch« denke ich — und sicher nicht nur ich — immer an ziemlich schlimme Dinge, Vergewaltigung, erzwungenen Geschlechtsverkehr usw., brauch ich hier nicht weiter ausbreiten. Dinge, auf die sich die Leitmedien gerne stürzen. Bei den Jesuitenfällen ist das aber bisher recht blass geblieben. Bei einem der damaligen Patres handelt es sich offenbar gar nicht um sexuelle Dinge, bei dem andern scheinen die auch eher langweilig gewesen zu sein, nach dem Motto »Busengrabscher«. Is zwar nicht in Ordnung, klar — aber dafür dieser Bohei? — Nee, Kinners, langsam wird’s lächerlich.
N. B.: Es kann natürlich sein, dass ich mich irre und nur nicht mitgekriegt habe, was denn die Jesuitenpatres da wirklich angestellt haben sollen. Dann bitte Nachricht an mich, ich werde dann den Artikel hier ändern oder zurückziehen.
Was kommt nach Avatar?
2010-02-06

Am 18. März kommt der SONY-Film »Legion« in die bundesdeutschen Kinos. Aus dem Ankündigungstext:
Als Gott den Glauben an die Menschheit verliert, entsendet er eine Legion von Engeln, damit sie die Apokalypse über die Erde bringen. Die letzte Hoffnung der Menschen gründet sich auf eine Gruppe von Fremden, die in einem Diner mitten in der Wüste gefangen sind, sowie auf den Erzengel Michael.
Das hört sich bereits ziemlich dusselig an. Auf seinem Blog beschreibt der gute Herr Schwarz den Film noch detaillierter, und es wird schnell klar, wieder ein schniekes Propagandamachwerk um Zweifel an und Abneigung gegen Glauben und Kirche in die Herzen und Köpfe zu sähen.
Der Teufel schreit. Hört ihr ihn nicht?
Wenn du nicht glaubst …
2010-02-06
Scipio verweist auf ein Gespräch zwischen dem Atheisten Christopher Hitchens und der Unitarierin Marilyn Sewell. Darin wird viel Unsinn gesagt, aber zumindest eine Aussage Hitchens’ ist ganz hervorragend:
[I]f you don’t believe that Jesus of Nazareth was the Christ and Messiah, and that he rose again from the dead and by his sacrifice our sins are forgiven, you’re really not in any meaningful sense a Christian.
Soviel zum Solidaritätstodgerede.
Lithophon transtemporär
2010-02-06
Ein ganz hervorragendes Stück lithophoner Musik:
Das ist der Klang zweier kleiner Steine aneinander, weit aufgezogen und ineinander verschränkt. Welche Weite und Formenvielfalt Gott selbst in die kleinsten Dinge gelegt hat, ist ein Jubeln in Freude. ^^
Ja, so ungefähr könnte man’s sagen — aber auch nur ungefähr. Und das kam so:
Diesen Sonntag kam P. Schmidberger, der Distriktsobere der Piusbrüder in Deutschland, in meine Stadt um die Messe zu zelebrieren. Danach sollte’s auch noch einen Vortrag mit anschließender Diskussion geben. Dachte ich mir: Toll, haste mal Gelegenheit, dir den Schmidberger anzukieken; den kennste ja bisher nur aus der Zeitung. Gehste mal bei Pius.
Sonntag früh wollte ich mir gerade meinen Schlabberpulli überziehen, da kam mir der Gedanke, nee, jetz gib dir mal einen Ruck und zieh dir wenigstens ’n ordentliches Hemd an. So. Also Hemd. Und weil’s ziemlich kalt war auch ’n Pullunder. Und der sah doof aus ohne Krawatte. Dazu passte nun aber der olle Parka nicht mehr. Also Mantel. Immer noch kalt. Ah ja, noch was für auf den Kopf. Mütze sieht auch unpassend aus, also Hut, und zwar meinen Homburger. Als meine Mutter mich damit zum ersten Mal gesehen, meinte sie: Du siehst aus wie’n Jude. — Stimmt komischerweise, den Eindruck hatte ich auch.
Na ja, also schlussendlich, so warm eingepackt ging’s in die U-Bahn. Als ich einstieg flog auch gleich ein Kopf herum und fixierte mich: Ein orthodoxer Jude. Mit Hut. — Ich bin mir sicher, das war der erste orthodoxe Jude mit Hut, den ich bisher in der Stadt gesehen habe. Und der sitzt ausgerechnet Sonntag morgen in dem Wagen der U-Bahn, in die ich einsteige. Der muss auch gedacht haben: Sieht aus wie ein Jude. — Aber nur kurz. Denn unter anderem fehlen mir die Schläfenlocken. Er hatte die. Sah sehr würdig aus.
Jaja, so kam das, dass P. Schmidberger verantwortlich für die Irritation eines Juden war.
Mangapapst!
2010-01-15
Ich gestehe, mir gefällt das Wort »Mangapapst«, wohl wegen der drei »a«. Egal, hinweisen möchte ich auf das niedliche Flashvideo Superpope auf Phatmass. Is’ zwar schon älter, schad’ aber nüscht.
Ah, und da’s thematisch passt (keine Widerrede!): Grad gibt’s auf catholicism-wow.de den Angriff der fliegenden Laserkruzifixe. Wow!
Vorabendmesse
2009-12-12
Heute in der Vorabendmesse haben zwei kleene Knirpse ministriert, die mindestens so süß waren, wie die beeden Putten in der Mercedeswerbung, die ich grad nicht mehr finde. Der kleinere hat sich den rutschenden Talarrock mit einer Nonchalance hochgezogen, sehenswert! Und auf den Sedilien konnte er die Beene baumeln lassen. Der etwas ältere konnte immerhin die Zehenspitzen auf den Boden stellen. Außerdem hat er seine Bossrolle sehr cool und bewusst wahrgenommen. Vorbildlich! So souverän war ich als Mini meiner Erinnerung nach nie. ^^
Trần Quang Hải
2009-11-29
Oh, wow! Eine Koryphäe aus meinen Studizeiten, von meinem Ethnomusiprof persönlich empfohlen, hat ein eigenes Blog. *inehrfurchterstarr*
Wir kamen damals im Zusammenhang mit Obertonmusik auf ihn zu sprechen, aber er kann mehr. In diesem Video zeigt er den Bayern, wie man wirklich mit Löffeln Musik macht.
40 Jahre in die Irre.
2009-11-27
Vor 40 Jahren hat Paul VI. die neue Messe eingeführt, »erzwungen« wäre das bessere Wort, wenn man seine Rede zur Einführung des neuen Ordinis vom 26. November 1969 liest, die summorum-pontificum.de übersetzt und mit knappsten Anmerkungen versehen hat.
Als Heutiger kenne ich die weitere Entwicklung und weiß, dass die neue Messe die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllte: Dem Rückgang des Glauben, des Glaubenswissens, des Anteils der regelmäßigen Messbesucher, der Zahl der Katholiken im katholischen Europa überhaupt hat die neue Messe nicht Einhalt gebieten können, hat ihn — weil sie zu freier eigener Interpretation und liturgischem Kindergartenspiel auf Kleinkindniveau geradezu einlädt — noch befördert.
Ich war erschüttert beim Lesen dieses Dokuments der Zeitgeschichte. Aus der Perspektive der Nachgeborenen lässt sich heute der Irrweg erkennen, den der Papst hier einschlug. Er mutete dem mystischen Leib Christi in vollem Bewusstsein zukünftige »Unbequemlichkeit«, hereinbrechende »Verstörung«, »Irritation« in seinem Zentrum, seinem Herzen zu: in der Feier des heiligen Messopfers. Mit dreimaliger Einschärfung von »Gehorsam« zwingt der Papst die Gläubigen zur Operation am offenen Herzen.
Herausoperiert wird unter anderem die Sakralsprache. »Was können wir an die Stelle jener Sprache der Engel setzen?« fragt der Papst selber. Die Antwort, die er gibt: »Das Verständnis des Gebetes ist mehr wert als die seidenen Gewänder, mit denen es königlich angetan ist.« — Was für ein blinder Irrtum! Was für ein rationalistischer Hochmut! Verspottet der Papst hier nicht die Engel selber fast als Modepüppchen, »königlich angetan mit seidenen Gewändern«? — Wer hätte denn nicht verstanden, wirklich verstanden, tief verstanden, was »Pater noster«, was »Ecce agnus Dei«, was »Domine, non sum dignus« heißt! Und wer versteht denn heute besser, was »Vater unser«, was »Seht das Lamm Gottes«, was »Herr, ich bin nicht würdig« heißt und leiert es nicht nur herunter! — Welch rationalistische Selbstüberschätzung spricht aus dieser 60er-Jahre-Reform!
Wenn die paar Texte der Messe, die ja auch immer gleich sind, jede Woche, jedes Jahr, das ganze Leben eines Menschen über, diese Texte, die Anker sind und eben jener feste Punkt, wenn diese Texte nicht verstanden werden, dann muss nicht die Messe verändert werden, sondern dann muss der Religionsunterricht verbessert werden! Denn im Religionsunterricht muss doch die Messe behandelt werden! Ja, was denn mehr als die Messe, das Herz!
Als Heutige können wir in der Rückschau die Irrtümer der naiven, fortschrittsgäubigen 60er-Jahre-Gesellschaft sehen, die meinte, alles Überkommene als alten Zopf abschneiden zu müssen. Der Baum, dem man die Wurzeln abhackt, verdorrt. So verdorren auch die Äste der falschen Reformen. Im Saft steht der Trieb, der noch mit den Wurzeln verbunden ist, und er wird den verdorrenden überwachsen.
Mr. Glück, you’re not my president.
2009-11-21
Erinnert mich so’n bissken an den Song von »Mutter«: »Du bist nicht mein Bruuuder, du bist nicht meine Schweehester!« auf dem Album »Ich schäme micht Gedanken zu haben die andere Menschen in ihrer Würde verletzen«


Mit Dank an Catholicism Wow!
