40 Jahre in die Irre.
2009-11-27
Vor 40 Jahren hat Paul VI. die neue Messe eingeführt, »erzwungen« wäre das bessere Wort, wenn man seine Rede zur Einführung des neuen Ordinis vom 26. November 1969 liest, die summorum-pontificum.de übersetzt und mit knappsten Anmerkungen versehen hat.
Als Heutiger kenne ich die weitere Entwicklung und weiß, dass die neue Messe die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllte: Dem Rückgang des Glauben, des Glaubenswissens, des Anteils der regelmäßigen Messbesucher, der Zahl der Katholiken im katholischen Europa überhaupt hat die neue Messe nicht Einhalt gebieten können, hat ihn — weil sie zu freier eigener Interpretation und liturgischem Kindergartenspiel auf Kleinkindniveau geradezu einlädt — noch befördert.
Ich war erschüttert beim Lesen dieses Dokuments der Zeitgeschichte. Aus der Perspektive der Nachgeborenen lässt sich heute der Irrweg erkennen, den der Papst hier einschlug. Er mutete dem mystischen Leib Christi in vollem Bewusstsein zukünftige »Unbequemlichkeit«, hereinbrechende »Verstörung«, »Irritation« in seinem Zentrum, seinem Herzen zu: in der Feier des heiligen Messopfers. Mit dreimaliger Einschärfung von »Gehorsam« zwingt der Papst die Gläubigen zur Operation am offenen Herzen.
Herausoperiert wird unter anderem die Sakralsprache. »Was können wir an die Stelle jener Sprache der Engel setzen?« fragt der Papst selber. Die Antwort, die er gibt: »Das Verständnis des Gebetes ist mehr wert als die seidenen Gewänder, mit denen es königlich angetan ist.« — Was für ein blinder Irrtum! Was für ein rationalistischer Hochmut! Verspottet der Papst hier nicht die Engel selber fast als Modepüppchen, »königlich angetan mit seidenen Gewändern«? — Wer hätte denn nicht verstanden, wirklich verstanden, tief verstanden, was »Pater noster«, was »Ecce agnus Dei«, was »Domine, non sum dignus« heißt! Und wer versteht denn heute besser, was »Vater unser«, was »Seht das Lamm Gottes«, was »Herr, ich bin nicht würdig« heißt und leiert es nicht nur herunter! — Welch rationalistische Selbstüberschätzung spricht aus dieser 60er-Jahre-Reform!
Wenn die paar Texte der Messe, die ja auch immer gleich sind, jede Woche, jedes Jahr, das ganze Leben eines Menschen über, diese Texte, die Anker sind und eben jener feste Punkt, wenn diese Texte nicht verstanden werden, dann muss nicht die Messe verändert werden, sondern dann muss der Religionsunterricht verbessert werden! Denn im Religionsunterricht muss doch die Messe behandelt werden! Ja, was denn mehr als die Messe, das Herz!
Als Heutige können wir in der Rückschau die Irrtümer der naiven, fortschrittsgäubigen 60er-Jahre-Gesellschaft sehen, die meinte, alles Überkommene als alten Zopf abschneiden zu müssen. Der Baum, dem man die Wurzeln abhackt, verdorrt. So verdorren auch die Äste der falschen Reformen. Im Saft steht der Trieb, der noch mit den Wurzeln verbunden ist, und er wird den verdorrenden überwachsen.
Mr. Glück, you’re not my president.
2009-11-21
Erinnert mich so’n bissken an den Song von »Mutter«: »Du bist nicht mein Bruuuder, du bist nicht meine Schweehester!« auf dem Album »Ich schäme micht Gedanken zu haben die andere Menschen in ihrer Würde verletzen«


Mit Dank an Catholicism Wow!
Die heilije Birjitta.
2009-11-20
Elsa zitierte gestern drei heilige Frauen. Unter ihnen auch die heilige Birgitta von Schweden. Ich finde es seltsam, dass so vieles, was Birgitta vor knapp 700 Jahren schrieb (na ja, schreiben ließ), gerade mein Heute so zutreffend beschreibt. Hat sich in den 700 Jahren nichts geändert? Oder war’s zwischendurch vielleicht mal besser, aber meine Gesellschaft ist heute wieder auf den Stand von 1300 und’n paar Zerquetschte zurückgefallen?
Wie bin ich überhaupt zu Birgitta gekommen? — In Rom stand ich auf eine Nebenbemerkung hin einmal vor dem Haus der (neuen) Birgittinen und dachte mir: »Musste dir ma näher mit befassen.« Dann war viiiele Monate Funkstille. Dann wieder eine Nebenbemerkung, diesmal einer — beiseite gesprochen bildhübschen — Dame über einen feurigen Satz aus Birgitten Offenbarungen. »Jetzt aber ma Butter bei die Fische,« dachte ich mir. Und tatsächlich — Internet sei Dank! — sind ihre Offenbarungen problemlos zugänglich, auf Deutsch und Latein.
Mit dem tatsächlichen Lesen hat’s dann zwar wieder etwas gedauert (Studiweisheit »Gut kopiert ist schon gelesen«), aber als ich mit Lesen erst mal angefangen hatte, war ich fasziniert: Wie kann jemand, der vor 700 Jahren schrieb, so treffsicher die Dinge ansprechen, die mich heute beschäftigen?
(Arbeitsauftrag an mich: Ich muss die Linkliste hier mal erweitern und Dauerverweise auf Birgitten Werke einbauen.)
Mami, Mami …
2009-11-02
… ich war gestern bei Pius, und es hat gar nicht weh getan!
Hoffen wir mal, dass die Gespräche zwischen Vatikan und Pius bald zu einem positiven Ergebnis führen.
Rückkehr der Anglikaner
2009-10-22
Ich wundere mich gerade, wie lange die Zeit schon zurückliegt, in der mir einmal langweilig war. Gegenwärtig habe ich so viel zu tun, Dinge die erledigt werden müssen, soziale Verpflichtungen, dass ich kaum zum Schlafen komme. Zu mehr oder minder schlauen Blogeinträgen reicht’s jedenfalls momentan nicht, nicht mal zur Kommentierung der Heimkunft von Teilen der Anglikaner zur Einen und Heiligen.
Kommt Zeit, kommt Rat.
Educ illos huc, ut cognoscamus eos.
2009-08-10
Gerade kam — und er läuft noch immer — im Deutschlandfunk ein Kommentar dazu, dass Bayern seine Klage gegen das rot-grüne Adoptionsrecht für homosexuelle Verpartnerte zurückgezogen hat. Ich habe ihn ausgeschaltet, denn er war unerträglich, strotzte nur so von Vorurteilen, Plattitüden und Bigotterie.
Der Kommentator fragte zum Beispiel, warum es der Ehe schaden sollte, wenn eingetragene Partnerschaften von Homosexuellen der Ehe rechtlich gleichgestellt würden. — Offensichtlich bemerkt er den Unterschied zwischen der Ehe — der unauflöslichen sakramental bekräftigten Verbindung zweier Menschen, die aufeinander hingeordnet sind und zusammen ein Ganzes bilden, das Leben spendend sich fortzeugt — und einem zeitweisen gemeinsamen Haushalt zweier seelisch Verirrter — steril und un-heil — nicht.
Und so ging es immer weiter. Das den Geist und die Seelen knebelnde Dogma von der Schicksalhaftigkeit und Berechtigtheit einer »(homo-)sexuellen Identität«, der sich jeder Mensch zu unterwerfen habe, unterwerfen müsse, weil seine oder gar »die« Natur das gebiete, feiert fröhliche Urständ.
Dabei spricht der Kommentator ja nur aus, was der allergrößte Teil der Menschen in meiner Gesellschaft ja sowieso glaubt — oder glauben zu müssen meint: Überall sehe ich die Anstrengungen, Schwule und Lesben (und Transgender und …) nur ja nicht zu »diskriminieren« und sich bei ihrer Integration nur ja nichts anmerken zu lassen. —
Nur im privatesten Gespräch, wenn sie sich auch von ihrem eigenen inneren Zensor unbeobachtet glauben, lassen sie zwischen den Zeilen ihr gesundes Unbehagen gegenüber diesen ungesunden Erscheinungen durchscheinen.
Wie viel Zeit und Mühen wird es brauchen, um mein Land wieder zur Besinnung zu bringen und die Wunden, die die Knebelparolen der Französischen Revolution angerichtet haben, wieder zu heilen. Zur Mahnung mag der Satz Péladans dienen: »Am Tage der Wiederauferstehung werden die Chronisten auf die Wände, wo die Geschichte geschrieben steht, nichts schreiben; denn das Volk ist nicht mehr da, denn das Land ist tot, in dem man die Kinder nicht mehr zu Gott kommen lässt«.
Heiliger Thorlacius, bitte für uns!
Gegen linke Gewalt!
2009-07-05
Jeden Tag wird in den deutschen Medien eine Zwei-Minuten-Hass-Sendung gegen tatsächliche oder vermeintliche Nazis gegeben, sei es in der Sportberichterstattung oder einer Tourismussendung. Es wird ein Schreckensszenario aufrecht erhalten und ein Feind aufgebaut, der in der Wirklichkeit nicht exisitiert. Es existiert einfach derzeit keinerlei Bedrohung unserer Gesellschaft durch irgendwelche rechtsextremistischen Umtriebe.
Gewalt in nennenswertem Maße, Gewalt auf der Straße, Terror durch ungerichtete Gewalt geht derzeit nur von Links aus. Ob bei den Chaostagen in Hannover, am 1. Mai in Berlin, bei den organisierten Brandanschlägen auf Autos in Berlin und Hamburg oder nach dem Schanzenfest in Hamburg: Immer ist es linke Gewalt, die die Straße reklamiert. Das ist die Realität.
Statt die Nazichimäre weiter künstlich am Leben zu halten, wäre es klug, die Augen aufzumachen, um zu verstehen, woher die Gewalt auf unseren Straßen tatsächlich kommt, und dann endlich Programme gegen Links und Aussteigerinitiativen für Wege aus der Antifa- und der Autonomen-Szene anzuschieben.
Natürlich wird es dazu derzeit nicht kommen, denn noch wirkt der inszenierte Hassableiter „Nazi“ systemstabilisierend. Mal sehen, was die Systemlinge benutzen, wenn er sich verbraucht hat.
Maischrei
2009-05-03
Wir leben schon in einer lustigen Kaschperlrepublik.
Zum 1. Mai hatten Personen aus dem Umkreis der NPD bzw. der Kameradschaftsszene eine Demo in Hannover angemeldet. Sie wurde verboten, weil „die öffentliche Sicherheit gefährdet“ sei (wohlgemerkt, nicht durch die Demonstranten sondern durch eventuelle Gegendemonstranten). Die Stadtverwaltung flaggte überall Sloganfahnen und klebte Plakate „Hannover gegen rechts.“
Zum 1. Mai hatten Personen aus dem Umkreis der LINKEN bzw. der Autonomen Szene eine Demo in Berlin angemeldet (sog. „Revolutionäre 1.-Mai-Demo“). Sie wurde nicht verboten, obwohl jeder weiß, dass „die öffentliche Sicherheit“ durch sie nicht nur gefährdet sondern seit Jahrzehnten stets aufs Neue zerstört wird. (Hunderte Verletzter, zerschlagene Scheiben, geplünderte Läden, ausgebrannte Autos, zerstörtes Pflaster, …)
Wann wird dieser Politikantenstadl eigentlich mal wieder abgesetzt?
Pro Reli.
2009-04-27
Als Geschädigter des Berliner „katholischen“ Religionsunterrichts konnte ich mich nie für die Pro-Reli-Kampagne begeistern. Der Religionsunterricht, den ich dort genaß, verdient es nicht mal, den kleinen Finger dafür krumm zu machen. Bei der ganzen Pro-Reli-Angelegenheit ging es ja wohl auch eher darum, den Schülern Möglichkeiten zu geben, der Gesinnungsdressur („Ethik“) zu entkommen. Interessant ist auf jeden Fall das Abstimmungsergebnis, das wieder einmal zeigt: Die Mauer steht noch. Und zwar genau da, wo sie seit 1961 steht!
Das ist katholisch.
2009-04-27
Daniel Mitsui hat Bilder der Krakauer Marienkirche eingestellt. Solch eine Kirche will ich auch haben! *umfall*
