Man darf sich schon wundern, dass so viele Menschen unzufrieden sind. Sind nicht unzählige Anleitungen zum Glücklichsein geschrieben? Und für jede Art Clientel.

Ein solcher Leitfaden ist der Wuz von Jean Paul. Eine Ausgabe davon hat mir mal mein Lateinlehrer geschenkt. — Ein anderer ist die Reise um mein Zimmer von Xavier de Maistre, die ich gerade lese. Und es gibt viele weitere für jeden Typ Mensch.

Allen gemein ist, dass sie deutlich machen, dass Glück und Zufriedenheit individuell sind und nicht vom äußeren Wohlergehen abhängen. Wenn nun persönliches Glück und Zufriedenheit als so wichtige Ziele heutzutage immer eifrig vorangetragen werden, dann müsste doch auch klar sein, dass Gesellschaftsveränderung, Sozialpolitik, Politik überhaupt untaugliche Mittel sind, sie zu erreichen. Man sollte ihnen folglich weniger Aufmerksamkeit widmen.

Genau das scheint übrigens auch zu passieren — Stichworte Politikverdrossenheit und Rückzug ins Private.

Vielleicht sind aber auch die Worte Glück und Zufriedenheit irreführend. Vielleicht wäre es treffender, von In-sich-Ruhen und ausgeglichen zu reden. Dann fällt es auch leichter, den Bogen zu finden zu:

Unruhig ist mein Herz, bis es ruht in Dir.

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