Muslimische Vorbilder
2008-06-24
Eine Überschrift heute auf SPON lautet: "Malaysia: Muslime verbieten grellen Lippenstift und hohe Hacken". Sprachliche Ungenauigkeit beiseite, erinnert mich das doch an meinen Geschichtsunterricht: Dort wurde nämlich immer wieder gesagt, aus Verboten könne man schließen, dass es diese Dinge eben doch geben habe. Das ist sicherlich richtig. Damit darf man sich aber nicht begnügen. Denn aus den Verboten spricht noch etwas ganz anderes: Diese Dinge waren nicht akzeptiert.
Heute sind viele Dinge nicht mehr verboten, die einst verboten waren. Was sich geändert hat, ist aber nicht, dass es diese Dinge damals und heute gegeben hat und gibt, sondern ihre allgemeine Akzeptanz. Das erscheint mir aber viel wesentlicher. Der Mensch hat immer gesündigt und wird es wohl auch immer tun. Aber die Einstellung zur Sünde ist doch ganz wesentlich: Erkenne ich sie als Fehler an — ja oder nein?
Christliche Vergebung und Liebe heißt ja nicht, so zu tun, als läge gar kein Fehlverhalten vor, als gäbe es überhaupt keine Sünder, sondern nachsichtig mit den Sündern (das sind wir alle!) zu sein und ihnen (mir!) zu helfen, aus den Fehlern zu lernen und sie künftig zu vermeiden.
2008-06-25 at 19.27
„Das Gegenteil der Heiligen sind nicht die Sünder, sondern die Scheinheiligen.“
http://gott-welt.de/2007/10/28/das-wort-zum-sonntag/