Ich möchte an dieser Stelle einmal ausdrücklich auf die hervorragenden Aufsätze in Daniel Mitsuis Blog „The Lion & the Cardinal“ aufmerksam machen. Hier ein kleiner Ausschnitt aus dem Beitrag „Die Eucharistie und die Massenmedien„:

Ein Leben voller Kinobesuche schafft in einem das Gefühl, dass man als Zuschauer bestimmte Rechte hat. Wer zehn Dollar zahlt, um einen Film zu sehen, fühlt, dass man ihm gewisse Produktionsstandards, gewisse Konventionen für Regie und Aufbereitung schuldig ist. Alles Wichtige sollte hörbar aufgenommen und wenn nötig synchronisiert oder untertitelt sein. Jede wichtige Handlung sollte aus günstigem Winkel und von nah genug aufgenommen sein, so dass Einzelheiten zu sehen sind. Wenn der Kinobesucher etwas nicht sieht, hört oder versteht, fühlt er sich betrogen und kritisiert den Film. Wenn er die Messe besucht, trägt er oft dieselben Erwartungen mit sich — und schon die bloße Vorstellung eines stillen Kanons, von unübersetztem Latein, von Schleier und Sichtschirm wird zur Beleidigung

Sancta Birgitta Wenn ich von den Vorgängen in Österreich um die Ernennung des hochwürdigen Herrn Wagner zum Weihbischof für Linz, von den Aktivitäten der Dechanten und den Papieren der Bischöfe höre, kommt mir eine Stelle der Revelationes der hl. Birgitta in den Sinn. Dort heißt es:

Durch den zweiten Sohn Davids, welcher wider seinen Vater im Alter sündigte, werden die schlechten Christen bedeutet; denn er dachte also bei sich: Mein Vater ist ein alter Mann, seine Kräfte haben nachgelassen; rede ich etwas Arges wider ihn, so wird er nicht antworten, thue ich ihm etwas zuwider, so wird er’s nicht strafen, und unternehme ich irgend einen Angriff auf ihn, so wird er’s geduldig ertragen, deshalb werde ich thun, was ich will.

Nun ging er mit einigen Dienern seines Vaters David hinauf in einen Wald, worin sich wenige Bäume befanden, um zu herrschen. Als aber die Weisheit und der Wille seines Vaters an den Tag kamen, mußte er sein Vorhaben aufgeben und seine Anhänger ernteten Schande.

So machen es jetzt die Christen mit mir. Sie denken bei sich also: Die Zeichen und Gerichte Gottes sind jetzt nicht so offenbar, wie zuvor. Wir können reden, was wir wollen; denn er ist barmherzig und giebt nicht acht darauf. Wir wollen thun, was uns gefällt; denn er verzeiht uns leicht. Sie glauben nicht an meine Macht, als ob ich jetzt minder vermögend wäre, zu thun, was ich will, wie zuvor. Sie betrachten meine Liebe mit Geringschätzung, als wollte ich mich ihrer nicht ebenso erbarmen, wie ihrer Väter. Sie machen mein Gericht spöttisch und halten meine Gerechtigkeit für eine eitle Sache. Deshalb steigen sie auch mit einigen Dienern Davids in einen Wald hinauf, um voll Selbstvertrauen zu herrschen.

Was ist jener Wald, in welchem nur wenige Bäume zu stehen pflegen, anderes, als meine heilige Kirche, in welcher die wenigen Bäume der sieben Sakramente stehen? In diese Kirche kommen sie hinein, aber mit einigen Dienern Davids, d. h. mit wenigen guten Werken, um voll Selbstvertrauen das Reich Gottes zu erlangen. Denn obwohl sie wenig gute Werke haben, sondern in was immer für Sünden sich befunden haben und noch immer befinden, so haben sie doch das Vertrauen, das Himmelreich gewissermaßen als Erbrecht in Besitz zu nehmen. Allein wie der Sohn Davids, welcher wider den Willen Davids das Reich erlangen wollte, mit Schande verstoßen (weil er es ohne Recht begehrte und ungerecht war) und das Reich einem weiseren und besseren gegeben wurde, so werden auch sie aus meinem Reiche verstoßen werden, und es wird denen gegeben werden, welche den Willen Davids thun, weil niemand, als wer die Liebe hat, mein Reich wird erlangen können. Auch nur der Reine, und wer sich nach meinem Herzen richtet, wird mir, dem Reinsten, nahe kommen können.

Quelle

Milites Christi

2009-02-16

Julian RomeroMiles Christi zu sein, ist ja eigentlich ganz schön, und es macht viel Spaß, im Getümmel zu stehen. Wenn ich mir aber die kirchlichen Hirten besehe, beschleicht mich häufig ein flaues Gefühl.

Woran liegt es, dass so vielen von ihnen jegliche Konfliktfreudigkeit abgeht? Was machen sie mit den armen Männern in den Priesterseminaren und im weiteren Kirchendienst, dass sie so zaghaft und schäfisch werden? Wieso glauben sie, durch immer weiteres Zurückweichen, doch noch Geländegewinne zu machen?

Es hilft nicht, selbst wenn die Anführer vom Feinde gekauft und getäuscht sein sollten, so muss der miles Christi an seiner eigenen Stelle ausharren und tun, was an seiner eigenen Stelle nötig ist. Mühsam!

In Neudeutsch: Global denken — lokal handeln.

Gerhard Wagner, vor kurzem zum Weihbischof von Linz ernannt, soll angesichts der heftigen Kritik gegen ihn am Sonntag um Rücknahme seiner Ernennung gebeten haben. Der Vatikan soll diese Bitte angenommen haben. Bischof Schwarz habe darob Erleichterung gezeigt.

Was ist das für ein Diözesanbischof, der es nicht schafft, sich vor einen seiner Leute zu stellen. Was ist das für eine Kirche, die nicht mehr begreift, dass sie um Christi willen verfolgt wird und nicht kneifen darf.

Erubescant impij & deducantur in infernum; muta fiant labia dolosa.
Que loquuntur aduersus justum iniquitatem, in superbia & in abusione.

Es gab ja viele Meldungen, dass Bischof Richard Williamson verboten worden sei, sich öffentlich zu äußern, dass er als Leiter des Priesterseminars abgesetzt worden sei usw. Sei dem, wie es wolle, jetzt hat er sich doch wieder öffentlich geäußert. Der SPIEGEL wollte ein Skandalinterview, herausgekommen ist dieses Ergebnis.

Ich bin mir bewusst, dass es Menschen gibt, die diese Antworten Bischof Richards für skandalös halten. Aber bei aller negativer Voreingenommenheit, die ich vorher dem Bischof gegenüber hatte, und bei ehrlichster Prüfung meines Gewissens erkenne ich in den Antworten nichts, was ich nicht billigen könnte, wenn auch nicht alles meiner Meinung entspricht. Ich sehe Aufrichtigkeit, Wahrheitsliebe und den Willen, berechtigte Kritik anzunehmen.

Nun handelt es sich bei den Antworten Bischof Richards um schriftliche Antworten. Er hatte Zeit, seine Worte zu wägen und so zu wählen, dass sie möglichst sicher das ausdrücken, was er sagen wollte. Ich finde es erstaunlich gelungen.

Musike

2009-02-06

Crook Brothers String Band Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, in diesem Blog nicht vom Thema abzuweichen, aber ich wills mit dem Rubrikenfetischismus mal nicht übertreiben. Deshalb auch mal was völlig Akatholisches: Going Across The Sea, eine Aufnahme der Crook Brothers String Band aus den 1920ern. Komischerweise erinnert mich der schnipselweise eingeworfene Gesang auf und um einen Reperkussionton über den schnellen Läufen und die Stimme fatal an die Flowerpornoes und Tom Liwa, die übrigens nicht selten auch ne Mundharmonika hören lassen. Schon merkartig.
:)

Dazu gibts übrigens von Trikont einen interessanten Sampler.

Was für eine Freude ist es doch, katholisch zu sein! Ich kann mich immer über irgendjemanden aufregen, seien es die pösen Medien, die meinen Papst grade wieder mal fertigmachen, sei es die gesichtslose und unbewegliche Amtskirche, die gelegentliche private Exaltationen meinerseits stets zuverlässig wieder einebnet, seien es die vielen, vielen Durchschnittskatholen, die nur dabei sind, weil sie schon immer dabei waren und ihre Freunde und Bekannten eben auch dabei sind, seien es unsägliche Predigten von Priestern, von denen ich doch immer die Verkündung bahn- und herzbrechender Weisheiten verlange.

Irgendwas ist immer.

Und manchmal — manchmal — wird mir dann plötzlich bewusst, wie schön und lebendig diese Vielfalt auch ist, und dass es viel klüger wäre, sich zuerst mal daran zu freuen, bevor ich mich daran mache, das Unkraut auszujäten. Eben echt katholisch.
:)

Moritz Schuller Katholisches.info verweist auf einen treffenden Kommentar von Moritz Schuller zu Merkels seltsamen Ausfällen. Aus historischer Anhänglichkeit freut mich besonders, dass dieser Kommentar im Berliner Tagesspiegel erschienen ist und er so endlich mal wieder einen lesenswerten Artikel enthält. *froi*

Meinungsmache?

2009-02-04

In einem Beitrag zum Medienhype um Piusbischof Williamson und Papst Benedikt weist Netzwerkrecherche auf eine interessante Facette hin:

Bei nicht repräsentativen Abstimmungen im Internet von mehreren Zehntausenden Nutzern stellen sich bei der bundesdeutschen Zeitung „Die Welt“ etwa 75 % der Leser hinter den Papst, bei der österreichischen Zeitung „Die Presse“ etwa 50 %. Dies zeigt, daß die öffentliche Meinung trotz großflächig inszenierter Empörungstituale nicht unbedingt mit der veröffentlichten Meinung übereinstimmt.

Elsa regt an, heute, Dienstag, um 15.00 Uhr für unseren Hl. Vater Benedikt und die Einheit der katholischen Kirche zu beten. In Glaube, Hoffnung und Liebe.