Pro Reli.

2009-04-27

Pro Reli in Berlin Als Geschädigter des Berliner „katholischen“ Religionsunterrichts konnte ich mich nie für die Pro-Reli-Kampagne begeistern. Der Religionsunterricht, den ich dort genaß, verdient es nicht mal, den kleinen Finger dafür krumm zu machen. Bei der ganzen Pro-Reli-Angelegenheit ging es ja wohl auch eher darum, den Schülern Möglichkeiten zu geben, der Gesinnungsdressur („Ethik“) zu entkommen. Interessant ist auf jeden Fall das Abstimmungsergebnis, das wieder einmal zeigt: Die Mauer steht noch. Und zwar genau da, wo sie seit 1961 steht!

Krakauer MarienkircheDaniel Mitsui hat Bilder der Krakauer Marienkirche eingestellt. Solch eine Kirche will ich auch haben! *umfall*

Da wir Papstfreunde alle wissen, wie differenziert, ausgewogen und sachlich richtig unsere Massenmedien berichten, und angesichts der Tatsache, dass unsere BRD und verbündete Staaten der UN-Antirassismuskonferenz mit Verweis auf die Teilnahme des iranischen Staatspräsidenten Ahmadinedschad fernblieben, ist es nicht uninteressant, die Rede des iranischen Staatspräsidenten, die er auf der Konferenz hielt, tatsächlich einmal im Wortlaut zur Kenntnis zu nehmen.

Auffällig ist unter anderem, dass darin jegliches Wort der Selbstkritik fehlt und verwerfliches Verhalten durch die Geschichte hindurch nur in Europa bzw. den USA gesehen wird.

Andererseits finden sich auch Teile, die als Anknüpfungspunkte unter anderem für einen Dialog der Religionen dienen können, insbesondere wenn Ahmadinedschad sagt:

Mr. President, Ladies and gentlemen, Racism is rooted in the lack of knowledge concerning the root of human existence as the selected creature of God. It is also the product of his deviation from the true path of human life and the obligations of mankind in the world of creation, failing to consciously worship God, not being able to think about the philosophy of life or the path to perfection that are the main ingredients of divine and humanitarian values which have restricted the horizon of human outlook making transient and limited interests, the yardstick for his action. That is why evil’s power took shape and expanded its realm of power while depriving others from enjoying equitable and just opportunities of development

(Gefunden via Elektrische Feder)

Robert Spaemann Die Broschüre des ZdK verlohnte es ja eigentlich gar nicht, darauf einen Blogeintrag zu vertun, aber immerhin war sie Anlass für einen fundierten Artikel Prof. Dr. Spaemanns in der FAZ. Der Artikel ist durchaus gehaltvoll und lässt sich nur schwer in bloggerechte Häppchen teilen. Auch mir hat er neues Wissen gebracht.

Er sei zur Lektüre ausdrücklich auch jenen empfohlen, die sich — wie ich selber — um das Gerede des ZdK nicht scheren: Verweis

Nachtrag: Die verpeilten Pappnasen von der Weißmann/Kubitschek-Sezession machen aus dem provinzdeutschen Zentralkomitee den Alleinentscheider der Weltkirche:

Der Philosoph Robert Spaemann hat in einem klugen Artikel auf den Schritt der katholischen Kirche geantwortet, die ab sofort auf die Juden-Mission verzichten will.

Na ja, sowohl Weißmann wie auch Kubitschek sind ja verweltlichte Evangelen, was soll man da auch erwarten. Auf den illiteraten Binde-Strich brauche ich wohl auch nicht einzugehen.

S(ch)ottisen

2009-04-17

Der Schott Das Mitlesen im Schott während der Messe ist sicherlich nützlich, wenn man genau wissen will, über welches lateinische Wort der Priester gerade wieder geholpert und gestolpert ist. Einen anderen Sinn kann ich darin aber nicht entdecken.

Gehe ich in die Messe, dann gehe ich, um Teilnehmer der Liturgie zu sein. Lesen kann ich auch zu Hause. Ich verfolge die Liturgie mit den Sinnen, nicht mit dem Zeigefinger auf dem Papier.

Besonders deutlich ist mir die Gefahr, die vom Mitlesen im Schott ausgeht, heute vorgeführt worden: Wenn ich im Schott mitlese, kriege ich von dem wirklichen Geschehen kaum noch etwas mit; ich bin wie ausgeklinkt aus der Liturgie. Oder wie soll ich erklären, dass ein Messbesucher heute morgen nicht einmal zur Elevation seinen Blick von der Druckerschwärze losreißen konnte?

Sich zu Hause die Texte der Messe im Schott durchzulesen, mag ja ganz sinnvoll sein. Und eine Möglichkeit, den grundsätzlichen Aufbau der Messe noch mal nachzulesen, mag für manchen ja wirklich eine Hilfe sein. Aber kommt es in der Messe, in der Liturgie selber denn darauf an, dass ich jedes Wort verstehe und genau weiß, was der Priester in jedem Moment sagt und tut, was er noch sagen wird und was er schon gesagt hat?

Nein. Ich bin Teilnehmer an der Liturgie und akzeptiere sie so, wie sie kommt und wie sie ist und wie die heilige Kirche sie angeordnet hat. Liturgie ist keine Bildungsveranstaltung. Die Texte der Messe dienen nicht zur Unterweisung der Gläubigen, sondern zum Lobe Gottes. Der Priester spricht zu Gott, für und mit uns. Er spricht nicht zu uns von Gott.

Für das Sprechen zu uns von Gott ist z. B. die Predigt da. Deren Text soll allerdings verständlich sein, aber doch nicht zwangsläufig der Rest der Liturgie. Das ist gar nicht ihr Sinn und ihre Aufgabe. Mit dem Schott in der Hand kann ich die laufende Messe wie unter dem Mikroskop betrachten und zergliedern, analysieren und sezieren. Dabei geht sie tot.

Zum Geburtstag hat Elsa unserem Heiligen Vater einen Liebesbrief geschrieben. Sehr anrührend zu lesen und Hoffnung gebend, weil er eine schöne Bekehrungsgeschichte erzählt. Besser kann ichs nicht, deshalb hier Schluss.

SPIEGEL-Sprech

2009-04-14

Über die konsequente und konstante Gehirnwäsche, die der SPIEGEL betreibt, schrieb ich ja schon einige Male. Einen hübschen, gewohnt sprachgewandten Beitrag („Deutschlands führendstes Desinformationsmagazin“) zu den jüngsten SPIEGEL-Verdrehungen gegenüber Berlusconi (und dem Papst) schrob nun Elsa. Sie verweist auch auf zwei SPIEGEL-Watchblogs in der Art des bekannten BILDblogs. — Na ja, nicht ganz in der Art des BILDblogs: Haben doch die beiden SPIEGELblogs ihre grundsätzlich affirmative Haltung dem SPIEGEL gegenüber noch nicht abgelegt.

Woskressenije