Trần Quang Hải

2009-11-29

Oh, wow! Eine Koryphäe aus meinen Studizeiten, von meinem Ethnomusiprof persönlich empfohlen, hat ein eigenes Blog. *inehrfurchterstarr*

Wir kamen damals im Zusammenhang mit Obertonmusik auf ihn zu sprechen, aber er kann mehr. In diesem Video zeigt er den Bayern, wie man wirklich mit Löffeln Musik macht.

Papst Paul VI. Vor 40 Jahren hat Paul VI. die neue Messe eingeführt, »erzwungen« wäre das bessere Wort, wenn man seine Rede zur Einführung des neuen Ordinis vom 26. November 1969 liest, die summorum-pontificum.de übersetzt und mit knappsten Anmerkungen versehen hat.

Als Heutiger kenne ich die weitere Entwicklung und weiß, dass die neue Messe die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllte: Dem Rückgang des Glauben, des Glaubenswissens, des Anteils der regelmäßigen Messbesucher, der Zahl der Katholiken im katholischen Europa überhaupt hat die neue Messe nicht Einhalt gebieten können, hat ihn — weil sie zu freier eigener Interpretation und liturgischem Kindergartenspiel auf Kleinkindniveau geradezu einlädt — noch befördert.

Ich war erschüttert beim Lesen dieses Dokuments der Zeitgeschichte. Aus der Perspektive der Nachgeborenen lässt sich heute der Irrweg erkennen, den der Papst hier einschlug. Er mutete dem mystischen Leib Christi in vollem Bewusstsein zukünftige »Unbequemlichkeit«, hereinbrechende »Verstörung«, »Irritation« in seinem Zentrum, seinem Herzen zu: in der Feier des heiligen Messopfers. Mit dreimaliger Einschärfung von »Gehorsam« zwingt der Papst die Gläubigen zur Operation am offenen Herzen.

Herausoperiert wird unter anderem die Sakralsprache. »Was können wir an die Stelle jener Sprache der Engel setzen?« fragt der Papst selber. Die Antwort, die er gibt: »Das Verständnis des Gebetes ist mehr wert als die seidenen Gewänder, mit denen es königlich angetan ist.« — Was für ein blinder Irrtum! Was für ein rationalistischer Hochmut! Verspottet der Papst hier nicht die Engel selber fast als Modepüppchen, »königlich angetan mit seidenen Gewändern«? — Wer hätte denn nicht verstanden, wirklich verstanden, tief verstanden, was »Pater noster«, was »Ecce agnus Dei«, was »Domine, non sum dignus« heißt! Und wer versteht denn heute besser, was »Vater unser«, was »Seht das Lamm Gottes«, was »Herr, ich bin nicht würdig« heißt und leiert es nicht nur herunter! — Welch rationalistische Selbstüberschätzung spricht aus dieser 60er-Jahre-Reform!

Wenn die paar Texte der Messe, die ja auch immer gleich sind, jede Woche, jedes Jahr, das ganze Leben eines Menschen über, diese Texte, die Anker sind und eben jener feste Punkt, wenn diese Texte nicht verstanden werden, dann muss nicht die Messe verändert werden, sondern dann muss der Religionsunterricht verbessert werden! Denn im Religionsunterricht muss doch die Messe behandelt werden! Ja, was denn mehr als die Messe, das Herz!

Als Heutige können wir in der Rückschau die Irrtümer der naiven, fortschrittsgäubigen 60er-Jahre-Gesellschaft sehen, die meinte, alles Überkommene als alten Zopf abschneiden zu müssen. Der Baum, dem man die Wurzeln abhackt, verdorrt. So verdorren auch die Äste der falschen Reformen. Im Saft steht der Trieb, der noch mit den Wurzeln verbunden ist, und er wird den verdorrenden überwachsen.

Erinnert mich so’n bissken an den Song von »Mutter«: »Du bist nicht mein Bruuuder, du bist nicht meine Schweehester!« auf dem Album »Ich schäme micht Gedanken zu haben die andere Menschen in ihrer Würde verletzen«
Julius Glück - not my president
Wher is my vote, ZDK?

Mit Dank an Catholicism Wow!

Elsa zitierte gestern drei heilige Frauen. Unter ihnen auch die heilige Birgitta von Schweden. Ich finde es seltsam, dass so vieles, was Birgitta vor knapp 700 Jahren schrieb (na ja, schreiben ließ), gerade mein Heute so zutreffend beschreibt. Hat sich in den 700 Jahren nichts geändert? Oder war’s zwischendurch vielleicht mal besser, aber meine Gesellschaft ist heute wieder auf den Stand von 1300 und’n paar Zerquetschte zurückgefallen?

Wie bin ich überhaupt zu Birgitta gekommen? — In Rom stand ich auf eine Nebenbemerkung hin einmal vor dem Haus der (neuen) Birgittinen und dachte mir: »Musste dir ma näher mit befassen.« Dann war viiiele Monate Funkstille. Dann wieder eine Nebenbemerkung, diesmal einer — beiseite gesprochen bildhübschen — Dame über einen feurigen Satz aus Birgitten Offenbarungen. »Jetzt aber ma Butter bei die Fische,« dachte ich mir. Und tatsächlich — Internet sei Dank! — sind ihre Offenbarungen problemlos zugänglich, auf Deutsch und Latein.

Mit dem tatsächlichen Lesen hat’s dann zwar wieder etwas gedauert (Studiweisheit »Gut kopiert ist schon gelesen«), aber als ich mit Lesen erst mal angefangen hatte, war ich fasziniert: Wie kann jemand, der vor 700 Jahren schrieb, so treffsicher die Dinge ansprechen, die mich heute beschäftigen?

(Arbeitsauftrag an mich: Ich muss die Linkliste hier mal erweitern und Dauerverweise auf Birgitten Werke einbauen.)

Mami, Mami …

2009-11-02

… ich war gestern bei Pius, und es hat gar nicht weh getan!

Hoffen wir mal, dass die Gespräche zwischen Vatikan und Pius bald zu einem positiven Ergebnis führen.