Welt online berichtet heute über die Heilig-Rock-Wallfahrt in Trier. Dieses Jahr soll sie »ökumenisch« sein. Doch es kommt noch mehr:
»Um die ökumenischen Beziehungen nicht zu konterkarieren«, verzichtet Bischof Ackermann darauf, den Papst um einen besonderen Ablass für die Heilig-Rock-Wallfahrt zu bitten.
Hier lässt Bischof Ackermann »Leiden an der Ökumene« tatsächlich schmerzhafte Wirklichkeit werden. Die armen Seelen im Fegefeuer werden ihm für seinen couragierten Einsatz danken.
15 Kommentare
Mach meinen Bischof nicht an!
Ich finde es unangemessen, so über einen Bischof der Hl. Kirche zu schreiben. Wie wäre es, wenn man, sine ira, einen Brief verfassen würde, um nachzufragen, ob diese Meldung möglicherweise falsch ist? Es gibt keinen Grund, vor gesichterten Aussagen, derartig beleidigende Aussagen über einen Nachfolger der Apostel zu treffen. Es kann sich auch lediglich um ein Missverständnis handeln. Oder es könnte einen nachvollziehbaren Grund geben. Aus diesem Grund habe ich eine sachliche Mail verfasst. Die Untergrabung der Autorität der Bischöfe durch Beleidigung ist bestimmt keine Lösung des Problems und solcherart Text führt, im Falle der Korrektheit der Meldung, unter Garantie auch nicht zu einer Beilegung.
@Pünktchen: Natürlich ist es unangemessen. Das ganze Ding, das da in Trier abgeht, ist schon lange unangemessen. Aber irgendwann ist mein guter Wille und meine Leidensfähigkeit erschöpft. Dieser Punkt ist jetzt.
Einen offenen Brief, bzw. email-Vorschlag fände ich sehr schön, in jedem Fall ist es ohnehin schon ein Unding, Protestanten zu einer Wallfahrt einzuladen. Nach klassischem Verständnis gehört zu einer Wallfahrt: 1. Bußtat/Reise 2. Beichte 3. Kommunion 4. Gebet am Wallfahrtsort in der Intention des hl. Vaters –> daraus folgt ein Sündenablass, in Trier i.d.R. ein vollständiger!
Dementsprechend ist die Einbindung der Protestanten schon eine Lästerung der katholischen Wallfahrt, oder illegitime und illegale Einladung der Protestanten zu den Sakramenten.
Wenn die Wallfahrt nun tatsächlich noch durch fehlen des Ablasses, im Grunde sinnlos gemacht wird……..naja, freue mich ja über email-Vorschläge sine ira…e
hm, ist schon merkwürdig. Werden die Protestanten dann demnächst jedem katholischen Wittenberg-Pilger aus ökumenischer Rücksicht einen Ablass zuerkennen?
ansonsten kann ich hier weder eine Beleidigung des Bischofs lesen noch würde ich so rigoros formulieren, dass man Protestanten nicht nach Trier einladen sollte. Wenn sie kommen wollen, den Hl. Rock zu sehen, dürfen sie das natürlich. Wenn sie das Wallfahrt nennen, ist es auch ok, auch wenn es natürlich keine Wallfahrt im vollen katholischen Sinne ist. Schon allein, weil es ein Schritt in die richtige Richtung ist, wenn sie die Notwendigkeit äußerer Zeichen anerkennen und nicht alles ihrem – ungreifbaren – Gewissen überlassen. Einen Ablass kriegen sie natürlich nicht, aber daran glauben sie ja sowieso gar nicht.
Sinnlos wird eine Wallfahrt ohne Ablass aber doch nicht. Das Gemüt zu stärken, den Glauben zu festigen, das Herz zu Gott zu erheben sind auch gute Früchte, auch wenn die Jahrhunderte im Fegefeuer nicht dahinschmelzen…
Protestanten bei einer Wallfahrt? Hattersienochalle? Hat Luther unselig nicht das Wallfahrten als Vehikel der “Selbsterlösung” mit wahren Schimpfkanonaden bedacht, wie so manch andere für Katholiken bedeutsame Glaubenspraxis, von Fronleichnam bis zur Theologie des Meßopfers. Protestanten zu einer Wallfahrt einzuladen ist nicht nur eine Lästerung der katholischen Lehre, sondern gleichzeitig eine Verhöhnung jedes gläubigen Protestanten, der seinen Glauben nicht lediglich als spirituelle Garnierung des konventionellen Gutmenschentums versteht. Wer eine so bedeutsame Wallfahrt wie die zum Heiligen Rock vom traditionellen Ablaß entkleidet, dementiert den katholischen Glauben. Im 19. Jahrhundert war die Wallfahrt Objekt der Verspottung durch die kulturkämpfenden Liberalen. Der Kladderadatsch dichtete ein Spottlied, die “Deutschkatholiken” spalteten sich von der Kirche und traten ihren langen Marsch in den Agnostizismus an. Ackermann, der ja schon zum Antritt seines Amtes in einer Harlekinskutte aufschlug, macht sich mit diesem Anschlag auf den katholischen Glauben vollends zum Hofnarren im Zeitgeistzirkus.
@Geistbraus
Der Beitrag von Ultramontan wurde deutlich editiert.
U.
@Geistbraus: Auf U.’s berechtigten Einwand hin habe ich den Beitrag deutlich verändert. Nur am Titel konnte ich nicht mehr viel machen. Als ich die ursprüngliche Fassung schrieb, war ich noch viel zu wütend.
…wobei ich sagen würde, dass ein Blogger sehr wohl ein Recht hat, seinen Zorn, sofern er ihn hat, auf seinem Blog zum Ausdruck zu bringen. Ich würde es auch nicht unstatthaft finden, mit einer Satire zu reagieren. Wenn ich das auf meinem Blog im Allgemeinen lasse, dann nur, weil ich das nicht kann und weil es weniger meine Art ist.
Ansonsten würde ich hier gern ein frohes WeiterSo! hinterlassen.
Es ist schön, wenn es noch uneingeschränkt loyale Katholiken gibt, die ihren Bischof auch dann noch verteidigen, wenn es absolut nichts mehr zu verteidigen gibt.
Hier liegt ein eklatanter Fall von ecclesiastical oder oekumenikal correctness vor. Hier werden den Gläubigen Gnadenmittel vorenthalten. Heilig Rock light für alle. Wenn jetzt die gläubigen Katholiken intervenieren, haben wir den nächsten Hype in der Presse. rechtsorientierte Katholiken provozieren ökumenisch gesinnte evangelische Christen durch Beharren auf Ablaßhandel. Ich lese es schon Der Gutmensch und die radikalen Fundis! Darauf wird es hinauslaufen. Der vorauseilende Gehorsam wird die Ablaßfrage in die Talkshows spülen und dieser großen Schaden zufügen. Hier hätte es einen Bischof wie S.E. Joachim Card. Meisner bedurft, der den schwurbeligen Wallfahrtsredereien eines EKD-Vorsitzenden mal etwas entgegengesetzt hätte. Hier sollte sich Herr Schneider mal auf sein Bekenntnis besinnen und nicht für einen neue Sparte der protestantischen Wellness-Religion unsere Feste durch die Hintertür vereinnahmen und gleichzeitig an den Mainstream anpassen. Da hat der Trierer Hirte uns ein schönes Ei ins Nest gelegt!
Danke Herr Bischof!
Genau das brauchen wir nicht!
@ultramontan
und es sei Dir der Meister-Eckhart-Preis 2012 dafür verliehen, in Deinem Kommentar zum gleichen Thema hier einen Komparativ von “wirklich” gebildet zu haben!
ps. oh, den gibts ja wirklich……
also meiner hat nix damit zu tun!
http://de.wikipedia.org/wiki/Meister-Eckhart-Preis
@Geistbraus: Wer ist Meister Eckhart?
häää? wer ist Mickey Mouse?
der Erfinder von dem Wort was Du gesteigert hast…
Ah. Wusste ich bislang nicht. ^^
Ein Trackback
[...] Empörungswelle geführt, auf die selbst uns’ Claudia von den Grünen stolz wäre – [1] [2] [...]