Der Kreuzfährtenleser hat mal wieder einen blitzgescheiten Artikel veröffentlicht, der so ausgewogen ist, dass man den Verfasser fast für einen phlegmatischen Allesversteher halten könnte. Ist er aber zum Glück nicht. Ich will mal draus zitieren*):
Mein Eindruck ist (vielleicht täusche ich mich, das möchte ich nicht ausschließen), dass viele überzeugte Traditionalisten diese kleinen Fortschritte viel zu kritisch sehen und zugleich viele andere glaubenstreue Katholiken über jeden kleinen Fortschritt jubeln, als ob jetzt bald die Kirche wieder in Ordnung wäre. Ich möchte diese beiden Gruppen »Maximalisten« und »Optimisten« nennen. Die Maximalisten sagen regelmäßig von den Optimisten, diese seien gar nicht wirklich traditionalistisch, sondern »neo-konservativ« (was immer das heißen mag), denn sie seien ja damit zufrieden, dass der Papst seine Messen jetzt etwas traditioneller zelebriere als sein Vorgänger oder dass mal eine vereinzelte Messe im traditionellen Ritus stattfinde usw. Im Gegensatz dazu werden die Maximalisten dann von den Optimisten als radikal oder gar fundamentalistisch bezeichnet, weil sie nicht bereit seien, die realen Fortschritte gutzuheißen, und sich lieber in einem Ghetto einschlössen, statt aus den gegebenen Möglichkeiten das Beste zu machen.
Der Kreuzfährtenleser hat einen Hang zu bombastischen Fremdworten, deshalb überschreibt er seinen Beitrag »Inkrementalistischer Maximalismus«. Davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen; im Text erklärt er es sehr schön. Also hingehen!
* Leichte Anpassung an die hier geltende Grammatik, Rechtschreibung und Zeichensetzung.