Vorabendmesse

2009-12-12

Heute in der Vorabendmesse haben zwei kleene Knirpse ministriert, die mindestens so süß waren, wie die beeden Putten in der Mercedeswerbung, die ich grad nicht mehr finde. Der kleinere hat sich den rutschenden Talarrock mit einer Nonchalance hochgezogen, sehenswert! Und auf den Sedilien konnte er die Beene baumeln lassen. Der etwas ältere konnte immerhin die Zehenspitzen auf den Boden stellen. Außerdem hat er seine Bossrolle sehr cool und bewusst wahrgenommen. Vorbildlich! So souverän war ich als Mini meiner Erinnerung nach nie. ^^

Trần Quang Hải

2009-11-29

Oh, wow! Eine Koryphäe aus meinen Studizeiten, von meinem Ethnomusiprof persönlich empfohlen, hat ein eigenes Blog. *inehrfurchterstarr*

Wir kamen damals im Zusammenhang mit Obertonmusik auf ihn zu sprechen, aber er kann mehr. In diesem Video zeigt er den Bayern, wie man wirklich mit Löffeln Musik macht.

Papst Paul VI. Vor 40 Jahren hat Paul VI. die neue Messe eingeführt, »erzwungen« wäre das bessere Wort, wenn man seine Rede zur Einführung des neuen Ordinis vom 26. November 1969 liest, die summorum-pontificum.de übersetzt und mit knappsten Anmerkungen versehen hat.

Als Heutiger kenne ich die weitere Entwicklung und weiß, dass die neue Messe die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllte: Dem Rückgang des Glauben, des Glaubenswissens, des Anteils der regelmäßigen Messbesucher, der Zahl der Katholiken im katholischen Europa überhaupt hat die neue Messe nicht Einhalt gebieten können, hat ihn — weil sie zu freier eigener Interpretation und liturgischem Kindergartenspiel auf Kleinkindniveau geradezu einlädt — noch befördert.

Ich war erschüttert beim Lesen dieses Dokuments der Zeitgeschichte. Aus der Perspektive der Nachgeborenen lässt sich heute der Irrweg erkennen, den der Papst hier einschlug. Er mutete dem mystischen Leib Christi in vollem Bewusstsein zukünftige »Unbequemlichkeit«, hereinbrechende »Verstörung«, »Irritation« in seinem Zentrum, seinem Herzen zu: in der Feier des heiligen Messopfers. Mit dreimaliger Einschärfung von »Gehorsam« zwingt der Papst die Gläubigen zur Operation am offenen Herzen.

Herausoperiert wird unter anderem die Sakralsprache. »Was können wir an die Stelle jener Sprache der Engel setzen?« fragt der Papst selber. Die Antwort, die er gibt: »Das Verständnis des Gebetes ist mehr wert als die seidenen Gewänder, mit denen es königlich angetan ist.« — Was für ein blinder Irrtum! Was für ein rationalistischer Hochmut! Verspottet der Papst hier nicht die Engel selber fast als Modepüppchen, »königlich angetan mit seidenen Gewändern«? — Wer hätte denn nicht verstanden, wirklich verstanden, tief verstanden, was »Pater noster«, was »Ecce agnus Dei«, was »Domine, non sum dignus« heißt! Und wer versteht denn heute besser, was »Vater unser«, was »Seht das Lamm Gottes«, was »Herr, ich bin nicht würdig« heißt und leiert es nicht nur herunter! — Welch rationalistische Selbstüberschätzung spricht aus dieser 60er-Jahre-Reform!

Wenn die paar Texte der Messe, die ja auch immer gleich sind, jede Woche, jedes Jahr, das ganze Leben eines Menschen über, diese Texte, die Anker sind und eben jener feste Punkt, wenn diese Texte nicht verstanden werden, dann muss nicht die Messe verändert werden, sondern dann muss der Religionsunterricht verbessert werden! Denn im Religionsunterricht muss doch die Messe behandelt werden! Ja, was denn mehr als die Messe, das Herz!

Als Heutige können wir in der Rückschau die Irrtümer der naiven, fortschrittsgäubigen 60er-Jahre-Gesellschaft sehen, die meinte, alles Überkommene als alten Zopf abschneiden zu müssen. Der Baum, dem man die Wurzeln abhackt, verdorrt. So verdorren auch die Äste der falschen Reformen. Im Saft steht der Trieb, der noch mit den Wurzeln verbunden ist, und er wird den verdorrenden überwachsen.

Erinnert mich so’n bissken an den Song von »Mutter«: »Du bist nicht mein Bruuuder, du bist nicht meine Schweehester!« auf dem Album »Ich schäme micht Gedanken zu haben die andere Menschen in ihrer Würde verletzen«
Julius Glück - not my president
Wher is my vote, ZDK?

Mit Dank an Catholicism Wow!

Mami, Mami …

2009-11-02

… ich war gestern bei Pius, und es hat gar nicht weh getan!

Hoffen wir mal, dass die Gespräche zwischen Vatikan und Pius bald zu einem positiven Ergebnis führen.

Ich wundere mich gerade, wie lange die Zeit schon zurückliegt, in der mir einmal langweilig war. Gegenwärtig habe ich so viel zu tun, Dinge die erledigt werden müssen, soziale Verpflichtungen, dass ich kaum zum Schlafen komme. Zu mehr oder minder schlauen Blogeinträgen reicht’s jedenfalls momentan nicht, nicht mal zur Kommentierung der Heimkunft von Teilen der Anglikaner zur Einen und Heiligen.

Kommt Zeit, kommt Rat.

Pro Reli.

2009-04-27

Pro Reli in Berlin Als Geschädigter des Berliner „katholischen“ Religionsunterrichts konnte ich mich nie für die Pro-Reli-Kampagne begeistern. Der Religionsunterricht, den ich dort genaß, verdient es nicht mal, den kleinen Finger dafür krumm zu machen. Bei der ganzen Pro-Reli-Angelegenheit ging es ja wohl auch eher darum, den Schülern Möglichkeiten zu geben, der Gesinnungsdressur („Ethik“) zu entkommen. Interessant ist auf jeden Fall das Abstimmungsergebnis, das wieder einmal zeigt: Die Mauer steht noch. Und zwar genau da, wo sie seit 1961 steht!

Krakauer MarienkircheDaniel Mitsui hat Bilder der Krakauer Marienkirche eingestellt. Solch eine Kirche will ich auch haben! *umfall*

Da wir Papstfreunde alle wissen, wie differenziert, ausgewogen und sachlich richtig unsere Massenmedien berichten, und angesichts der Tatsache, dass unsere BRD und verbündete Staaten der UN-Antirassismuskonferenz mit Verweis auf die Teilnahme des iranischen Staatspräsidenten Ahmadinedschad fernblieben, ist es nicht uninteressant, die Rede des iranischen Staatspräsidenten, die er auf der Konferenz hielt, tatsächlich einmal im Wortlaut zur Kenntnis zu nehmen.

Auffällig ist unter anderem, dass darin jegliches Wort der Selbstkritik fehlt und verwerfliches Verhalten durch die Geschichte hindurch nur in Europa bzw. den USA gesehen wird.

Andererseits finden sich auch Teile, die als Anknüpfungspunkte unter anderem für einen Dialog der Religionen dienen können, insbesondere wenn Ahmadinedschad sagt:

Mr. President, Ladies and gentlemen, Racism is rooted in the lack of knowledge concerning the root of human existence as the selected creature of God. It is also the product of his deviation from the true path of human life and the obligations of mankind in the world of creation, failing to consciously worship God, not being able to think about the philosophy of life or the path to perfection that are the main ingredients of divine and humanitarian values which have restricted the horizon of human outlook making transient and limited interests, the yardstick for his action. That is why evil’s power took shape and expanded its realm of power while depriving others from enjoying equitable and just opportunities of development

(Gefunden via Elektrische Feder)

Robert Spaemann Die Broschüre des ZdK verlohnte es ja eigentlich gar nicht, darauf einen Blogeintrag zu vertun, aber immerhin war sie Anlass für einen fundierten Artikel Prof. Dr. Spaemanns in der FAZ. Der Artikel ist durchaus gehaltvoll und lässt sich nur schwer in bloggerechte Häppchen teilen. Auch mir hat er neues Wissen gebracht.

Er sei zur Lektüre ausdrücklich auch jenen empfohlen, die sich — wie ich selber — um das Gerede des ZdK nicht scheren: Verweis

Nachtrag: Die verpeilten Pappnasen von der Weißmann/Kubitschek-Sezession machen aus dem provinzdeutschen Zentralkomitee den Alleinentscheider der Weltkirche:

Der Philosoph Robert Spaemann hat in einem klugen Artikel auf den Schritt der katholischen Kirche geantwortet, die ab sofort auf die Juden-Mission verzichten will.

Na ja, sowohl Weißmann wie auch Kubitschek sind ja verweltlichte Evangelen, was soll man da auch erwarten. Auf den illiteraten Binde-Strich brauche ich wohl auch nicht einzugehen.