Mami, Mami …

2009-11-02

… ich war gestern bei Pius, und es hat gar nicht weh getan!

Hoffen wir mal, dass die Gespräche zwischen Vatikan und Pius bald zu einem positiven Ergebnis führen.

Ich wundere mich gerade, wie lange die Zeit schon zurückliegt, in der mir einmal langweilig war. Gegenwärtig habe ich so viel zu tun, Dinge die erledigt werden müssen, soziale Verpflichtungen, dass ich kaum zum Schlafen komme. Zu mehr oder minder schlauen Blogeinträgen reicht’s jedenfalls momentan nicht, nicht mal zur Kommentierung der Heimkunft von Teilen der Anglikaner zur Einen und Heiligen.

Kommt Zeit, kommt Rat.

Pro Reli.

2009-04-27

Pro Reli in Berlin Als Geschädigter des Berliner „katholischen“ Religionsunterrichts konnte ich mich nie für die Pro-Reli-Kampagne begeistern. Der Religionsunterricht, den ich dort genaß, verdient es nicht mal, den kleinen Finger dafür krumm zu machen. Bei der ganzen Pro-Reli-Angelegenheit ging es ja wohl auch eher darum, den Schülern Möglichkeiten zu geben, der Gesinnungsdressur („Ethik“) zu entkommen. Interessant ist auf jeden Fall das Abstimmungsergebnis, das wieder einmal zeigt: Die Mauer steht noch. Und zwar genau da, wo sie seit 1961 steht!

Krakauer MarienkircheDaniel Mitsui hat Bilder der Krakauer Marienkirche eingestellt. Solch eine Kirche will ich auch haben! *umfall*

Da wir Papstfreunde alle wissen, wie differenziert, ausgewogen und sachlich richtig unsere Massenmedien berichten, und angesichts der Tatsache, dass unsere BRD und verbündete Staaten der UN-Antirassismuskonferenz mit Verweis auf die Teilnahme des iranischen Staatspräsidenten Ahmadinedschad fernblieben, ist es nicht uninteressant, die Rede des iranischen Staatspräsidenten, die er auf der Konferenz hielt, tatsächlich einmal im Wortlaut zur Kenntnis zu nehmen.

Auffällig ist unter anderem, dass darin jegliches Wort der Selbstkritik fehlt und verwerfliches Verhalten durch die Geschichte hindurch nur in Europa bzw. den USA gesehen wird.

Andererseits finden sich auch Teile, die als Anknüpfungspunkte unter anderem für einen Dialog der Religionen dienen können, insbesondere wenn Ahmadinedschad sagt:

Mr. President, Ladies and gentlemen, Racism is rooted in the lack of knowledge concerning the root of human existence as the selected creature of God. It is also the product of his deviation from the true path of human life and the obligations of mankind in the world of creation, failing to consciously worship God, not being able to think about the philosophy of life or the path to perfection that are the main ingredients of divine and humanitarian values which have restricted the horizon of human outlook making transient and limited interests, the yardstick for his action. That is why evil’s power took shape and expanded its realm of power while depriving others from enjoying equitable and just opportunities of development

(Gefunden via Elektrische Feder)

Robert Spaemann Die Broschüre des ZdK verlohnte es ja eigentlich gar nicht, darauf einen Blogeintrag zu vertun, aber immerhin war sie Anlass für einen fundierten Artikel Prof. Dr. Spaemanns in der FAZ. Der Artikel ist durchaus gehaltvoll und lässt sich nur schwer in bloggerechte Häppchen teilen. Auch mir hat er neues Wissen gebracht.

Er sei zur Lektüre ausdrücklich auch jenen empfohlen, die sich — wie ich selber — um das Gerede des ZdK nicht scheren: Verweis

Nachtrag: Die verpeilten Pappnasen von der Weißmann/Kubitschek-Sezession machen aus dem provinzdeutschen Zentralkomitee den Alleinentscheider der Weltkirche:

Der Philosoph Robert Spaemann hat in einem klugen Artikel auf den Schritt der katholischen Kirche geantwortet, die ab sofort auf die Juden-Mission verzichten will.

Na ja, sowohl Weißmann wie auch Kubitschek sind ja verweltlichte Evangelen, was soll man da auch erwarten. Auf den illiteraten Binde-Strich brauche ich wohl auch nicht einzugehen.

Zum Geburtstag hat Elsa unserem Heiligen Vater einen Liebesbrief geschrieben. Sehr anrührend zu lesen und Hoffnung gebend, weil er eine schöne Bekehrungsgeschichte erzählt. Besser kann ichs nicht, deshalb hier Schluss.

SPIEGEL-Sprech

2009-04-14

Über die konsequente und konstante Gehirnwäsche, die der SPIEGEL betreibt, schrieb ich ja schon einige Male. Einen hübschen, gewohnt sprachgewandten Beitrag („Deutschlands führendstes Desinformationsmagazin“) zu den jüngsten SPIEGEL-Verdrehungen gegenüber Berlusconi (und dem Papst) schrob nun Elsa. Sie verweist auch auf zwei SPIEGEL-Watchblogs in der Art des bekannten BILDblogs. — Na ja, nicht ganz in der Art des BILDblogs: Haben doch die beiden SPIEGELblogs ihre grundsätzlich affirmative Haltung dem SPIEGEL gegenüber noch nicht abgelegt.

Woskressenije

An sich ist es immer der gleiche Ablauf. Als ich davon hörte, dass Benedikt die Exkommunikation der vier von Erzbischof Lefebvre geweihten Bischöfe aufgehoben hatte, habe ich mich gefreut und dachte, alle Welt müsste sich freuen. — Pustekuchen, Frau Welt hat sich gar nicht gefreut und sich redlich gemüht, mir mit zänkischem, kleinkariertem und intrigantem Nörgeln und Nerven meine Freude kaputt zu machen.

Als ich den jünsten Brief von Benedikt an die Bischöfe las, habe ich geweint vor Freude und dachte, dieser Brief sei so brillant, klar und so voll tiefer Menschlichkeit, dass ihn jeder verstehen und davon gerührt werden müsste. — Pustekuchen, Frau Welt trompetet ihre dröge Blablalitanei weiter in bekannter Weise.

Ich will all das Gekrittel und Geschreibsel der Journaille und der Episcopaille gar nicht lesen. Es bringt nichts, es hilft mir nicht, es ärgert mich bloß und nährt meinen Zweifel daran, dass diejenigen, die so laut von Moderne, Humanität und Aufklärung reden, wirklich Willens und in der Lage sind, sich ihres Verstandes zu bedienen, den Gott ja auch ihnen gegeben hat. Ich neige angesichts so vieler Bretter vor so vielen Köpfen schnell zu misanthropischem Miesepetertum.

Besser macht das Dr. Charlier, der es sich angetan hat, all diesen Schmutz und Schund zu sichten, aber auf Summorum Pontificum zu folgendem optimistischen Schluss kommt:

Die Kritiker des Papstes haben viel Häme darüber ausgegossen, daß der Vatikan die Möglichkeiten des Internets noch nicht voll zu nutzen verstehe. Dabei haben sie, zumindest die Papstkritiker innerhalb der Kirche, selbst noch gar nicht begriffen, daß das Internet auch das Ende ihres auf Meinungsmanipulation und eifersüchtiger Verteidigung von Herrschaftswissen beruhenden Machtsystems bedeutet. Noch vor 10 Jahren hatten nur Spezialisten Zugang zu Konzilsdokumenten, Enzykliken, Instrumenta Laboris und anderen Dokumenten aus dem Zentrum der Kirche. Wenn die Bistumszeitung nur 13 Zeilen aus einer Papstrede berichtete, dann gab es nur 13 Zeilen, basta. Da war es möglich und üblich, zu behaupten, was gefiel, und das als treue Übereinstimmung mit dem heiligen Vater in Rom hinzustellen – das dumme Volk wußte es nicht besser. Nur so konnte der Geist des Konzils überhaupt Kraft gewinnen – schon die Übersetzer der Konzilsdokumente begannen bei der Verdeutschung mit den ersten Manipulationen, und Latein sollte ja ohnehin bald aussterben.

Damit geht es jetzt zuende. Die neue Generation lernt Latein und Internet, die Zeiten des in Unmündigkeit zu haltenden Kirchenvolks gehen zu Ende – und das ganz anders als die es sich vorstellten, denen die angebliche Befreiung der Laien aus angeblicher Unmündigkeit nur ein Vehikel dafür war, sich selbst von der Treue zu Petrus zu befreien.