Herzlichen Glückwunsch zum 82. Geburtstag!
2009-04-16
Zum Geburtstag hat Elsa unserem Heiligen Vater einen Liebesbrief geschrieben. Sehr anrührend zu lesen und Hoffnung gebend, weil er eine schöne Bekehrungsgeschichte erzählt. Besser kann ichs nicht, deshalb hier Schluss.
SPIEGEL-Sprech
2009-04-14
Über die konsequente und konstante Gehirnwäsche, die der SPIEGEL betreibt, schrieb ich ja schon einige Male. Einen hübschen, gewohnt sprachgewandten Beitrag („Deutschlands führendstes Desinformationsmagazin“) zu den jüngsten SPIEGEL-Verdrehungen gegenüber Berlusconi (und dem Papst) schrob nun Elsa. Sie verweist auch auf zwei SPIEGEL-Watchblogs in der Art des bekannten BILDblogs. — Na ja, nicht ganz in der Art des BILDblogs: Haben doch die beiden SPIEGELblogs ihre grundsätzlich affirmative Haltung dem SPIEGEL gegenüber noch nicht abgelegt.
Christus resurrexit! Vere resurrexit!
2009-04-12

An sich ist es immer der gleiche Ablauf. Als ich davon hörte, dass Benedikt die Exkommunikation der vier von Erzbischof Lefebvre geweihten Bischöfe aufgehoben hatte, habe ich mich gefreut und dachte, alle Welt müsste sich freuen. — Pustekuchen, Frau Welt hat sich gar nicht gefreut und sich redlich gemüht, mir mit zänkischem, kleinkariertem und intrigantem Nörgeln und Nerven meine Freude kaputt zu machen.
Als ich den jünsten Brief von Benedikt an die Bischöfe las, habe ich geweint vor Freude und dachte, dieser Brief sei so brillant, klar und so voll tiefer Menschlichkeit, dass ihn jeder verstehen und davon gerührt werden müsste. — Pustekuchen, Frau Welt trompetet ihre dröge Blablalitanei weiter in bekannter Weise.
Ich will all das Gekrittel und Geschreibsel der Journaille und der Episcopaille gar nicht lesen. Es bringt nichts, es hilft mir nicht, es ärgert mich bloß und nährt meinen Zweifel daran, dass diejenigen, die so laut von Moderne, Humanität und Aufklärung reden, wirklich Willens und in der Lage sind, sich ihres Verstandes zu bedienen, den Gott ja auch ihnen gegeben hat. Ich neige angesichts so vieler Bretter vor so vielen Köpfen schnell zu misanthropischem Miesepetertum.
Besser macht das Dr. Charlier, der es sich angetan hat, all diesen Schmutz und Schund zu sichten, aber auf Summorum Pontificum zu folgendem optimistischen Schluss kommt:
Die Kritiker des Papstes haben viel Häme darüber ausgegossen, daß der Vatikan die Möglichkeiten des Internets noch nicht voll zu nutzen verstehe. Dabei haben sie, zumindest die Papstkritiker innerhalb der Kirche, selbst noch gar nicht begriffen, daß das Internet auch das Ende ihres auf Meinungsmanipulation und eifersüchtiger Verteidigung von Herrschaftswissen beruhenden Machtsystems bedeutet. Noch vor 10 Jahren hatten nur Spezialisten Zugang zu Konzilsdokumenten, Enzykliken, Instrumenta Laboris und anderen Dokumenten aus dem Zentrum der Kirche. Wenn die Bistumszeitung nur 13 Zeilen aus einer Papstrede berichtete, dann gab es nur 13 Zeilen, basta. Da war es möglich und üblich, zu behaupten, was gefiel, und das als treue Übereinstimmung mit dem heiligen Vater in Rom hinzustellen – das dumme Volk wußte es nicht besser. Nur so konnte der Geist des Konzils überhaupt Kraft gewinnen – schon die Übersetzer der Konzilsdokumente begannen bei der Verdeutschung mit den ersten Manipulationen, und Latein sollte ja ohnehin bald aussterben.
Damit geht es jetzt zuende. Die neue Generation lernt Latein und Internet, die Zeiten des in Unmündigkeit zu haltenden Kirchenvolks gehen zu Ende – und das ganz anders als die es sich vorstellten, denen die angebliche Befreiung der Laien aus angeblicher Unmündigkeit nur ein Vehikel dafür war, sich selbst von der Treue zu Petrus zu befreien.
King Küng
2009-03-12
Oh, da hat sich einer den Frust von der Seele geschrieben! Und an den Sprachkapriolen und am Sprachwitz wird deutlich, dass die empfangenen Verletzungen tief gehen und schon über lange Zeit: Otterbeck über Küng, sehr ergötzlich, sehr lesenswert.
Der Totmacher
2009-03-10
Die FAZ hat einen nicht uninteressanten Beitrag, in dem der Autor, Oliver Tolmein, über Hans Küngs Reaktion auf die Demenzerkrankung Walter Jens’ schreibt. Tolmein schreibt unter anderem:
Hans Küng ist erschüttert, weil er nichts mehr für seinen an Demenz erkrankten Freund Walter Jens tun kann. Dabei kann er mit ihm zum Kaninchenstall gehen oder zu Caro, dem Wachhund.
Das Leben mit Demenz betrachtet Küng in erster Linie unter dem Aspekt, ob das Weiterleben des Erkrankten noch erträglich erscheint. Dabei schreibt Küng gar nicht in erster Linie über Jens. Sein Bericht skizziert vor allem die Wirkung, die Jens auf ihn hat. [...] „Mich erschüttert, dass ich so gar nichts für ihn tun kann“, bilanziert Küng, dabei wäre viel gewonnen, wenn er akzeptieren könnte, dass er mit ihm etwas tun kann.
Gut deckt Tolmein auf, dass es Küng, wenn der versucht, den Sterbewunsch Jens’ zu belegen, im Grunde gar nicht um Jens geht, sondern dass es Küng ist, der mit Jens nicht klarkommt. Die Konsequenz ist erschreckend. Dem demenzkranken Jens wird das Personsein abgesprochen. So wie Jens in der Debatte ‘entmenscht’ wird, so wird ja auch Kindern im Mutterleib das Menschsein abgesprochen, um sie dann ‘wegmachen’ zu können.
Die Ars moriendi ist wichtig (und wird seit Jahren viel diskutiert), weitaus schwerer tun wir uns aber gegenwärtig in den gar nicht so seltenen Extremsituationen des Lebens mit der Ars vivendi. Um auf das von Küng gebrauchte Bild des Eingeschlossenen zurückzukommen: Walter Jens hat sich nicht selbst irgendwo und vor uns eingeschlossen, er hat sich auch nicht selbst eine eigene Welt gesucht – im Gegenteil: Wo ihm die Gelegenheit geboten wird, nimmt er, so wie er es heute kann, offenbar gerne teil am allgemeinen Leben. Die Tragödie des dementen alten Mannes ist, dass er aus unserer Welt schon weitgehend ausgebürgert worden ist – als Fall Walter Jens, als einer, der, nach Meinung vieler, besser schon längst gestorben wäre.
Der Artikel Sterbehilfe: Wer schließt sich ab?
The Lion & the Cardinal
2009-02-23
Ich möchte an dieser Stelle einmal ausdrücklich auf die hervorragenden Aufsätze in Daniel Mitsuis Blog „The Lion & the Cardinal“ aufmerksam machen. Hier ein kleiner Ausschnitt aus dem Beitrag „Die Eucharistie und die Massenmedien„:
Ein Leben voller Kinobesuche schafft in einem das Gefühl, dass man als Zuschauer bestimmte Rechte hat. Wer zehn Dollar zahlt, um einen Film zu sehen, fühlt, dass man ihm gewisse Produktionsstandards, gewisse Konventionen für Regie und Aufbereitung schuldig ist. Alles Wichtige sollte hörbar aufgenommen und wenn nötig synchronisiert oder untertitelt sein. Jede wichtige Handlung sollte aus günstigem Winkel und von nah genug aufgenommen sein, so dass Einzelheiten zu sehen sind. Wenn der Kinobesucher etwas nicht sieht, hört oder versteht, fühlt er sich betrogen und kritisiert den Film. Wenn er die Messe besucht, trägt er oft dieselben Erwartungen mit sich — und schon die bloße Vorstellung eines stillen Kanons, von unübersetztem Latein, von Schleier und Sichtschirm wird zur Beleidigung
Der zweite Sohn Davids
2009-02-18
Wenn ich von den Vorgängen in Österreich um die Ernennung des hochwürdigen Herrn Wagner zum Weihbischof für Linz, von den Aktivitäten der Dechanten und den Papieren der Bischöfe höre, kommt mir eine Stelle der Revelationes der hl. Birgitta in den Sinn. Dort heißt es:
Durch den zweiten Sohn Davids, welcher wider seinen Vater im Alter sündigte, werden die schlechten Christen bedeutet; denn er dachte also bei sich: Mein Vater ist ein alter Mann, seine Kräfte haben nachgelassen; rede ich etwas Arges wider ihn, so wird er nicht antworten, thue ich ihm etwas zuwider, so wird er’s nicht strafen, und unternehme ich irgend einen Angriff auf ihn, so wird er’s geduldig ertragen, deshalb werde ich thun, was ich will.
Nun ging er mit einigen Dienern seines Vaters David hinauf in einen Wald, worin sich wenige Bäume befanden, um zu herrschen. Als aber die Weisheit und der Wille seines Vaters an den Tag kamen, mußte er sein Vorhaben aufgeben und seine Anhänger ernteten Schande.
So machen es jetzt die Christen mit mir. Sie denken bei sich also: Die Zeichen und Gerichte Gottes sind jetzt nicht so offenbar, wie zuvor. Wir können reden, was wir wollen; denn er ist barmherzig und giebt nicht acht darauf. Wir wollen thun, was uns gefällt; denn er verzeiht uns leicht. Sie glauben nicht an meine Macht, als ob ich jetzt minder vermögend wäre, zu thun, was ich will, wie zuvor. Sie betrachten meine Liebe mit Geringschätzung, als wollte ich mich ihrer nicht ebenso erbarmen, wie ihrer Väter. Sie machen mein Gericht spöttisch und halten meine Gerechtigkeit für eine eitle Sache. Deshalb steigen sie auch mit einigen Dienern Davids in einen Wald hinauf, um voll Selbstvertrauen zu herrschen.
Was ist jener Wald, in welchem nur wenige Bäume zu stehen pflegen, anderes, als meine heilige Kirche, in welcher die wenigen Bäume der sieben Sakramente stehen? In diese Kirche kommen sie hinein, aber mit einigen Dienern Davids, d. h. mit wenigen guten Werken, um voll Selbstvertrauen das Reich Gottes zu erlangen. Denn obwohl sie wenig gute Werke haben, sondern in was immer für Sünden sich befunden haben und noch immer befinden, so haben sie doch das Vertrauen, das Himmelreich gewissermaßen als Erbrecht in Besitz zu nehmen. Allein wie der Sohn Davids, welcher wider den Willen Davids das Reich erlangen wollte, mit Schande verstoßen (weil er es ohne Recht begehrte und ungerecht war) und das Reich einem weiseren und besseren gegeben wurde, so werden auch sie aus meinem Reiche verstoßen werden, und es wird denen gegeben werden, welche den Willen Davids thun, weil niemand, als wer die Liebe hat, mein Reich wird erlangen können. Auch nur der Reine, und wer sich nach meinem Herzen richtet, wird mir, dem Reinsten, nahe kommen können.
Milites Christi
2009-02-16
Miles Christi zu sein, ist ja eigentlich ganz schön, und es macht viel Spaß, im Getümmel zu stehen. Wenn ich mir aber die kirchlichen Hirten besehe, beschleicht mich häufig ein flaues Gefühl.
Woran liegt es, dass so vielen von ihnen jegliche Konfliktfreudigkeit abgeht? Was machen sie mit den armen Männern in den Priesterseminaren und im weiteren Kirchendienst, dass sie so zaghaft und schäfisch werden? Wieso glauben sie, durch immer weiteres Zurückweichen, doch noch Geländegewinne zu machen?
Es hilft nicht, selbst wenn die Anführer vom Feinde gekauft und getäuscht sein sollten, so muss der miles Christi an seiner eigenen Stelle ausharren und tun, was an seiner eigenen Stelle nötig ist. Mühsam!
In Neudeutsch: Global denken — lokal handeln.
Kartoffelsäcke und Waschlappen
2009-02-16
Gerhard Wagner, vor kurzem zum Weihbischof von Linz ernannt, soll angesichts der heftigen Kritik gegen ihn am Sonntag um Rücknahme seiner Ernennung gebeten haben. Der Vatikan soll diese Bitte angenommen haben. Bischof Schwarz habe darob Erleichterung gezeigt.
Was ist das für ein Diözesanbischof, der es nicht schafft, sich vor einen seiner Leute zu stellen. Was ist das für eine Kirche, die nicht mehr begreift, dass sie um Christi willen verfolgt wird und nicht kneifen darf.
Erubescant impij & deducantur in infernum; muta fiant labia dolosa.
Que loquuntur aduersus justum iniquitatem, in superbia & in abusione.